Das weisse Rössel

Nidderau / Schöneck / St. Wolfgang

Mehr Presseveröffentlichungen siehe auch unter der Rubrik "Presseartikel" !!

2015 liegt Nidderau am Wolfgangsee

16.05.2014, 03:30 Uhr von Georgia Lori

Viel Sängerinnen und Sänger und noch mehr Engagement braucht die Sängervereinigung, um das „Weiße Rössl am Wolfgangsee“ zu stemmen. Das fast schon legendäre Singspiel in drei Akten von Ralph Benatzky soll 2015 aufgeführt werden. Nun ist der Startschuss gefallen. Kulturpreisträgerin Leonore Kleff und eine große Gruppe Interessierter trafen sich erstmals im Sängerheim.

Sie ist hier keine Unbekannte: Die Zusammenarbeit mit den Sängern pflegt Projektleiterin Leonore Kleff seit der Aufführung von Anatevka im Jahr 2010. Zuvor leitete sie 20 Jahre den Chor Satub der Sängervereinigung. Auf das neue Stück freut sich Kleff sehr. „Schauspiel und Singen sind stark miteinander verwoben. Es ist ein fröhliches Stück“, sagt sie.

Wie in der Vergangenheit kommt auch das Singspiel als Laienprojekt zur Aufführung. Interessierte aus Nidderau, Bruchköbel und aus der Nähe von Darmstadt, im Alter von 20 bis 70 Jahre machen mit. Die meisten nicht das erste Mal. Einige sind seit 20 Jahren dabei, stellten ihr Können bisher in zehn Musicals unter Beweis.

Chorproben finden ab 3. Juni jeden Dienstag um 19.30 Uhr im Sängerheim statt. Sechs Chorstücke sind im Singspiel integriert. Die etwa 15 Solisten proben in Absprache mit Leonore Kleff. Auch die Gründung eines Laienorchesters ist notwendig. Interessierte werden gesucht, Kontakt lässt sich am besten per E-Mail herstellen, und zwar an Musical@gesangverein-windecken.de.

Schampus zum Start

Etwa 40 Interessierte kamen zum ersten Treffen ins Sängerheim. Sie wurden von Kleff und Vorsitzendem Rudi Leibold mit einem Glas Schampus begrüßt. Damit wurde an das Schlusslied, den Freudengesang der drei glücklichen Paare „Laßt uns Champus trinken mit lächelndem Gesicht“ erinnert.

Wie Kleff erklärte, soll das Singspiel nicht in der etwas schmalzigen, heimatverbundenen Art des Films aus den 50er Jahren inszeniert werden sondern die Zuschauer als lockere, lustige Aufführung erfreuen. Viele Melodien seien bekannt und sprächen ein großes Publikum an. Gängig sind der Foxtrott von Robert Stolz „Die ganze Welt ist himmelblau“, der Dreivierteltakt „Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“ oder „Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist“ von Robert Gilbert.

Die Premiere des Singspiels findet am Samstag, 14. März 2015, um 19 Uhr in der Kultur- und Sporthalle in Heldenbergen statt.

Unterstützt wird Kleff in technischen Fragen und im Marketing von dem freiberuflichen Regisseur und Lehrer Benjamin Baumann. Baumann ist einem großen Publikum vom Culture Club in Hanau bekannt. „In den 90er Jahren gab es im Culture Club ein Weißes Rössl Set von 20 Minuten. Das Publikum ist jedes Mal ausgeflippt“, sagt Baumann. Er selbst spielte 80 Mal den Leopold. Kleff ist bei derart professioneller Hilfe zuversichtlich. Bis zum 3. Juni hofft sie auf die Lieferung der Notenhefte vom Verlag.

Für die Aufführung darf das Logo des original Weißen Rössl am Wolfgangsee verwendet werden. „Alle Mitwirkenden sind für die Dauer des Projekts Mitglieder der Sängervereinigung. Die versicherungsrechtlichen Details werden über den Hessischen Chorverband geregelt“, sagt Leibold.

Sybille Lauer singt seit 2006 im Chor mit. Sie freut sich bereits auf die einwöchige Intensivprobe auf der Ronneburg im Januar. „Es macht Spaß mit Leo zu musizieren“, sagt sie. Sie schätzt zeitlich begrenzte Projekte. Mezzosopranistin Johanna Tschauder macht das erste Mal mit. „Ich kenne Leonore privat und habe bereits Chorerfahrung“, sagt sie. Ihr mache die Auswahl der Lieder Spaß und die Art, wie Kleff den Chor leite.

Unvermeidliches Glück

Das Nidderauer Publikum darf gespannt sein, inwieweit Kleff die Urfassung des Rössl von 1930 adaptiert. Denn die zeichnet sich musikalisch durch ausgedehnte Tanzsequenzen aus; damalige Modetänze wie Foxtrott, Slowfox und Schimmy wechseln mit Walzer und Marsch und Spitzenballett mit Jazztanz ab.

Die Urfassung ist eine temporeiche und in das unvermeidliche Liebesglück führende Bilanz des Unterhaltungstheaters der Weimarer Republik. Sie reicht von den Revuebildern der Zwanziger bis hin zur augenzwinkernden, sprachlichen und musikalischen Konfrontation der österreichischen Alpen mit der Berliner Geschäftswelt.